Erstellt am:13.6.2025- Zuletzt aktualisiert:24.7.2025
Mein Name ist Dr. Udo Dietrich. Als Chefarzt für Anästhesie und Schmerzmedizin in der Karl-Hansen-Klinik in Bad Lippspringe begleite ich seit über zehn Jahren Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen, darunter viele mit der Diagnose Multiple Sklerose (MS). Die Therapie mit medizinischem Cannabis ist dabei in den letzten Jahren ein bedeutender Baustein geworden – vor allem, wenn klassische Ansätze an ihre Grenzen stoßen.
Ein Name ist Dr. Udo Dietrich. Ich arbeite hier in der Carl Hansen Klinik in Bad Nibspringe. Bin Honda, Facharzt für Anästhesie und seit zehn zwölf Jahren spezialisiert auf Schmerzmedizin und arbeite auch entsprechend. Das heißt, ich habe eine Abteilung für stationäre multimodale Schmerztherapie und zusätzlich habe ich noch eine Kassenarzt Zulassung und behandle auch noch ambulant entsprechend. Chronische Schmerzpatienten. Ich bin aufgewachsen in Schönen aus Friesland in Emden, habe dort Abitur gemacht, war zwischendurch ein Jahr in den USA als Austauschschüler, bin dann nach dem Abitur in den Zivildienst in den Rettungsdienst gegangen, um dann zu denken okay, KFZ Ingenieur vielleicht doch nicht.
Versuch's mit Medizin. Und durch Zufall habe ich auch Medizin Studienplatz bekommen. Habe dann dort in Gießen studiert, bin die ganze Zeit Rettungsdienst gefahren, weil in meinem Ursprung bin ich Rettungsmediziner gewesen. Habe dann nach Abschluss des Studiums bin ich kurz in Hameln gewesen, dann im Vinzenz Krankenhaus in Paderborn und bin dann letztendlich hier in der kleinen Klinik gelandet. Ich habe dann Abstecher im Rettungsdienst gehabt, bin also Notarzt, leitender Notarzt und war auch für zehn Jahre der ärztliche Leiter Rettungsdienst im Kreis Paderborn.
Bis ich mich dann umgeschwenkt habe und in die Schmerzmedizin gegangen bin. Nebenbei bin ich natürlich noch immer Anästhesist und zurzeit Chefarzt hier und leite noch die Anästhesie Abteilung. Es ist ein Zufall. Nichts ist nicht ein Zufallsprodukt. Die ganzen Klinik hat eine lange Geschichte in der Medizin, angefangen mit Herrn Professor Lotz. Das war der Vorgänger von meinem Vorgänger. Er hat ja langsam die Schmerztherapie aufgebaut.
Herr Dr. Schaden hat das dann weiter gemacht. Das war in dem Sinne ganz interessant, wo wir dann immer so ein bisschen reingeschnuppert haben. Als ich dann aufgehört habe mit dem Rettungsdienst als Leiter, da ich mir gedacht, guck da mal ein bisschen mehr mit rein, was die Schmerztherapie angeht und hab einen Abstecher nach Kassel gemacht, um mir dort die multimodale stationäre Schmerztherapie angeschaut, um festzustellen, dass wer etwas.
Und dann haben wir hier ein Konzept entworfen, so eine Station auch in Bad Lippspringe aufzubauen. Glücklicherweise war die Geschäftsführung damals da sehr aufgeschlossen und innerhalb von anderthalb Monaten hatten wir das Konzept stehen und die Schmerztherapie konnte stationär auch schon mal anfangen. Das hatten wir leicht schon ein bisschen davor gemacht. Aber nicht mit einer festen Station. Und ich habe dann angefangen, mich entsprechend weiterzubilden mit entsprechenden Fortbildungskurse bei der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin und bin dann zum Regionalleiter vom Schmerzzentrum Springe aufgestiegen.
Man beschimpft das dann auch Algologe der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie. Nun, das ist ein Titel, den muss man letztendlich jedes Jahr wieder neu bekommen, indem man die entsprechenden Fortbildungspunkte nachweist. Auch das ist relativ einfach. Ich bin mit Herrn Dr. Schaden damals immer in Frühling nach Frankfurt zum Schmerzkongress gefahren, gegenüber über vier Tage Schmerz und Palliativkongress. Und da kamen dann ja schon die ersten Stände mit Cannabis auf, als man das 2015 2016 und ich bin da mal etwas drum herumgeschlichen und dann war die Sache mir eigentlich eher etwas suspekt.
Hat man das angeguckt und nachdem man nach. Okay, ich renne nie immer den nächsten Medizintrend hinterher, sondern ich gucke immer einfach mal, wenn ich irgendwas Neues anfangen und wenn dann nach 234 Jahren das noch immer ist, dann ist vielleicht der Punkt, wo es interessant wird. Und dann wurde es auch von dem Informationen, die man auf den Kongressen und auch auf anderen Zeitschriften bekommt.
Interessant, dass ich mir gedacht hab, das probierst du einfach mal aus. Ging anfangs nicht, weil mein Vorgänger erst leichte Einwände dagegen hatte. Und natürlich das Thema Cannabis ist negativ besetzt. Medizinisch nicht unbedingt, aber es ist nun mal negativ besetzt. Und man hatte natürlich primär die Befürchtung, dass man dann auf einmal alle möglichen Leute hier in der Ambulanz hat.
Ja, ähm, ich bin dann 2019 angefangen mit den ersten Therapieversuchen, mit synthetischen THC in Tropfen Form und das klappte eigentlich ziemlich gut. Und das man eigentlich auch immer mehr wurde. Es kam ja auch immer mehr Studien dazu raus. Wobei anfangs nur gedacht haben ja, wir wissen, dass es wirkt. Speziell im neuropathischen Bereich, wo das dann auch mehr und mehr wissenschaftlich fundiert, dass man das jetzt auch sagen kann.
Okay, die ganze Geschichte ist evidence based und so ist dann langsam nach oben gegangen mit den Zahlen. Also wir haben in der Schmerzstation erst mal ausprobiert und das war dann positiv und mittlerweile ist es fester Bestandteil. Ganz ehrlich sagen, dass man das entsprechend auch macht. Und noch mal ein früherer Chef, der noch eine ganze Weile hier noch mit Schmerzambulanz gearbeitet hat, bis Ende letzten Jahres.
Er hat dann später auch angefangen, noch Patienten damit zu therapieren. Es ist also wirklich deutlich im Patienten mit Wirbelsäulenbeschwerden, starken neuropathischen Beschwerden und Bruders größtenteils funktioniert und auch sonstige Polymerpartien, wo man mit einem THC doch sehr gute Erfolge findet. Also selbst ich habe auch einige Tumorpatienten. Ich habe ein Patient und er war einer der ersten mit einem Aderhaut Melanom und dann Protonenbestrahlung gehabt und das fürchterliche neuropathische Schmerzen im Gesicht gehabt.
Und ich habe alles ausprobiert, was da war, von oben bis unten. Und es funktionierte nichts. Und da habe ich gedacht Jetzt nimmst du mal das. Und siehe da hat hervorragend funktioniert. Dann kann man natürlich wieder gucken. War das nur eine spezielle Geschichte? Ist das natürlich dann die Krankenkasse, das abgelehnt hat. Eine ganz besondere Geschichte. Ich habe den Patienten immer wieder neu stationär aufgenommen, reingestellt, Antrag gestellt, beim vierten Mal stationär.
Die Krankenkasse hat mit und seitdem bekommt das auch seit 2019. Und das ist eine positive Geschichte und wo man es natürlich auch gut nutzen kann. Wir haben ja viele chronische Schmerzpatienten, die auch mit hohen Opioiddosen durch die Gegend laufen und da hat man auch bei sehr vielen Patienten gesehen, dass die Studien, die am letzten rausgekommen sind, dass man bis zu 70 % Opioide einsparen kann, tatsächlich stimmen, weil ich habe genug Patienten, wo das dann auch war.
Und dann muss man einfach mal gucken. Feedback Opioide hochdosiert die Nachteile, die man da hat, kognitive Einschränkungen, ob Separation etc. Wenn man dort natürlich die Dosierung runter bekommt, ist es natürlich optimal und da gab es eigentlich relativ wenig Berührungsängste. Das sind aber auch Patienten, die teilweise schon. Ich bin ja spezialisiert auf chronischen Schmerzen, die dann natürlich auch in einer gewissen Art und Weise verzweifelt sind.
Und da sind dann eigentlich keine Berührungsängste, Die sind da extrem offen gegenüber. Es entwickelt sich ja weiter. Es gibt ja mittlerweile auch schon Verträge mit den Krankenkassen und der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin. Dass in naher Zukunft wir Regionalleiter, nachdem wir speziellen Kurs besucht haben, auch ohne Antrag an den Krankenkassen die Cannabispräparate verschreiben können, dann ist jetzt erst, ich weiß gar nicht, ob das schon rausgekommen ist.
Haben wir neue Leitlinien zu Cannabis Therapie kommen heraus von der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin. Das wird ja von uns allen Regionalleitern abgenickt. Auch die Indikation Spanne nach oben gezogen wird, sehe ich immer etwas kritisch. Also ich bin immer vorsichtig mit dem was ich mache, aber ich habe auch schon so zwei drei Rheuma Patienten wo wir es eingesetzt haben, was auch gut funktioniert hat und man kann natürlich auch gucken, inwiefern das jetzt geht auch die Richtung.
Kopfschmerz, Migräne, ob man da auch was machen kann? Die Studien, Ergebnisse, die rauskommen, sehen ja ganz gut aus. Und dann muss man mal schauen, wie das demnächst ist. Diese Cannabstherapie sagen auch viele Hausärzte. Zu Recht möchte ich nichts mehr zu tun haben, kenne ich mich nicht mit aus. Vor allen Dingen ist natürlich das Formularwerk, was mit dabei ist, um diese Kostenübernahme der Krankenkasse zu bekommen, etwas, das muss man schon professionalisieren.
Also wir können das mittlerweile, wir haben unser System. Damit wird nicht alles das drinsteht, was die Kassen gerne möchten. Und allein der Punkt ist natürlich schon störend, weil der normale Hausarzt kann nicht da hingehen, der hat nicht die Zeit, diese ganzen Sachen da zu beantworten. Was wir da nicht tun. Andere, die jetzt noch da mit Abstand sind, ist glaube ich schwierig zu überzeugen.
Es gibt die Studien, es gibt die positiven Ergebnisse dabei, die sind alle da. Nur als Arzt ist man ja immer eigentlich so gestrickt. Ich arbeite mit den Medikamenten, die ich kenne, und dann weiß ich, was ich tue. Und dann kommt immer nur zögernd ich noch. Was bräuchte es mit den dazu und man müsste es im Prinzip mal sehen, dass es ein ganz normales Medikament wird morgen.
Und dann wird das wahrscheinlich weiterverbreitet, obwohl man es natürlich auch nicht zu weit verbreiten sollte, man natürlich auch man immer gucken muss, was nimmt man? Ich bin ja einer der Verfechter, der grundsätzlich nur mit Tropfen arbeitet und nicht mit irgendwelchen Blüten. Das wird bei uns nicht gemacht. Die haben ihre Indikationen. Beispielsweise sind in der Tumor schmerztherapie, da kann man das durchaus machen, aber im Normalfall gerade bei chronifizierten Schmerzpatienten meiner Meinung nach nicht.
Zukunft wird eigentlich zeigen, das ist ein ganz normales Medikamente und das wird es zeigen. Und das es auch aus dem Bereich der ja quasi Illegalität letztendlich rauskommt. Und es gehört halt dahin als ganz normales Medikament verschrieben zu werden, Weil es ist manchmal in meinen Augen lächerlich, wenn ich dem Patienten 150 er Fentanyl Pflaster verschreiben kann, worauf er zwei Stunden später nicht mehr atmen und da sagt keiner was.
Aber ein paar THC Tropfen, die ich in meinen Augen gut verträglich sind. Aber die Nebenwirkungsrate die wir haben, die ist extrem gering. Wir haben auch keinerlei Toleranzentwicklung in den letzten Jahren bemerkt, was ich an dem Medikament faszinierend finde, dass dieser Patient mit dem der Haut Melanom hat, jetzt noch immer dieselbe Menge an THC wie 2019 war. Und das ist ein Punkt, den finde ich also als Mediziner einfach faszinierend.
Nach meinem Medizinstudium in Gießen und Erfahrungen im Rettungsdienst habe ich mich früh auf Schmerzmedizin spezialisiert. Seit vielen Jahren leite ich die stationäre multimodale Schmerztherapie an unserer Klinik und behandle auch ambulant chronische Schmerzpatienten. Die Entwicklung innovativer Therapiekonzepte, wie der gezielte Einsatz von medizinischem Cannabis, ist für mich ein zentrales Anliegen.
MS-Patientinnen und -Patienten leiden häufig unter komplexen Symptomen wie chronischen Schmerzen, Spastik, Fatigue und Schlafstörungen. Die Lebensqualität ist oft massiv beeinträchtigt. Viele berichten von sozialem Rückzug, Bewegungsarmut und psychischer Belastung. Auch Partner und Familie sind betroffen, da alltägliche Aktivitäten und gemeinsame Zeit eingeschränkt werden.
Mein Ziel ist es, gemeinsam individuelle Lösungswege zu finden, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität deutlich zu verbessern.
Als medizinisches Cannabis 2017 in Deutschland zugelassen wurde, war ich anfangs skeptisch. Doch die positiven Erfahrungen aus der Praxis und wissenschaftliche Erkenntnisse haben mich überzeugt. Besonders bei MS-typischen Symptomen wie neuropathischen Schmerzen und Spastik zeigt Cannabis in vielen Fällen eine deutliche Wirkung.
Typische Einsatzgebiete:
Die Therapie erfolgt individuell dosiert, meist als Tropfen, Inhalation oder Salbe. Wichtig ist die ärztliche Begleitung, um Wirkung und Nebenwirkungen optimal zu steuern.
Viele meiner MS-Patientinnen und -Patienten berichten nach der langsamen Einstellung auf Cannabis über eine nachhaltige Verbesserung ihrer Lebensqualität. Bereits nach wenigen Wochen sind Schmerzen und Spastik häufig reduziert, die Patientinnen und Patienten werden aktiver und nehmen wieder am Alltag teil. Die Nebenwirkungen sind meist mild und vorübergehend, wie leichte Müdigkeit oder Benommenheit zu Beginn der Therapie.
Besonders erfreulich ist, dass viele Betroffene durch die Cannabistherapie den Bedarf an klassischen Schmerzmitteln deutlich reduzieren oder sogar ganz absetzen können.
Ein typisches Beispiel: Eine Patientin, die seit Jahren unter MS-bedingten Schmerzen und Spastik litt, konnte dank der Therapie wieder aktiv am Familienleben teilnehmen, spazieren gehen und sogar ihrem Hobby, dem Tanzen, nachgehen. Die Rückmeldungen aus dem sozialen Umfeld waren durchweg positiv – vom veränderten Gemütszustand bis hin zu mehr Unternehmungsgeist.
Trotz der guten Erfahrungen gibt es weiterhin Vorbehalte – sowohl bei Patientinnen und Patienten als auch unter Kolleginnen und Kollegen. Die gesellschaftliche Akzeptanz von medizinischem Cannabis wächst, dennoch bestehen Informationsdefizite und Vorurteile. Hier ist Aufklärung gefragt, um Betroffenen die Therapieoption zu eröffnen und Stigmata abzubauen.
Die Zusammenarbeit mit Telemedizin-Plattformen erleichtert den Zugang zur Therapie und ermöglicht eine Versorgung auch im ländlichen Raum.
Aus meiner Sicht ist medizinisches Cannabis eine wertvolle Ergänzung in der Behandlung von Multiple Sklerose. Es lindert Symptome, verbessert die Lebensqualität und gibt vielen Betroffenen neue Hoffnung. Entscheidend ist die individuelle ärztliche Begleitung und eine offene, sachliche Aufklärung.
Weitere Informationen und individuelle Beratung finden Sie auf unserer Landingpage Multiple Sklerose oder über das Kontaktformular.
Auch bei chronischen Schmerzen, Fibromyalgie, Depression, Palliative Medizin und Migräne kann eine Cannabistherapie neue Perspektiven eröffnen. Mehr dazu auf den jeweiligen Themenseiten.
Hinweis: Die Informationen in diesem Bericht ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnde Ärztin/Ihren behandelnden Arzt oder nutzen Sie unser Kontaktformular.
Wir helfen Ihnen dabei die Therapie mit Medizinalcannabis so einfach wie möglich zu starten, um so schnell wie möglich die Symptome ihrer Multiplen Sklerose zu lindern. Gehen Sie wie folgt vor, um an Ihren individuellen Therapieplan zu kommen
oder
Wir haben Ihnen einige qualifizierte Telemedizinplattformen ausgesucht, damit Sie die medizinische Cannabistherapie starten können. Sie können auch zu einem einem/einer Humanmediziner:in gehen, um sich beraten zu lassen. Mit dem Button gelangen Sie zur Ärzt;innensuche in Deutschland.
Dort einen Termin vereinbaren und aufklären lassen - ganz einfach.
Rezept bei der Apotheke Ihrer Wahl einlösen und Medikament erhalten.
Der Telemediziner steht Ihnen stets zur Verfügung, sollten Sie Anpassungen vornehmen müssen.
Studien zeigen, dass medizinisches Cannabis bei MS-bedingten Schmerzen effektiv ist. Die Behandlung schmerzhafter Spasti k bei Multipler Sklerose mit Cannabinoiden ist inzwischen etabliert, wenn sich die Optionen der Standardtherapie in als unwirksam oder unverträglich erwiesen haben.2
2 DGS-PraxisLeitlinie Cannabis in der Schmerzmedizin Version: 2.0 für Fachkreise, Erscheinungsjahr: 2024 Verantwortliche Leitlinienautoren: Dr. med. Johannes Horlemann und Norbert Schürmann, https://dgs-praxisleitlinien.de/wp-content/uploads/2024/08/PLL_Can_2024_v2_web.pdf (zuletzt aufgerufen am 11.07.2025)
Bei MS-bedingten Muskelkrämpfen (Spastiken) entfaltet medizinisches Cannabis seine Wirkung über das körpereigene Endocannabinoid-System (ECS). Das ECS reguliert die physiologischen Prozesse im Körper und spielt eine Schlüsselrolle bei der Schmerzregulation, Neurogenese und der Immunantwort. Die aktiven Bestandteile von Cannabis wie Tetrahydrocannabiol (THC) und Cannabidiol (CBD), binden an die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 im Körper.3,4 Diese Bindung kann die Muskelspannung reduzieren und so Krämpfe und Spastiken lindern.
3 Castorena CM, Caron A, Michael NJ, Ahmed NI, Arnold AG, Lee J, Lee C, Limboy C, Tinajero AS, Granier M, Wang S, Horton JD, Holland WL, Lee S, Liu C, Fujikawa T, Elmquist JK. CB1Rs in VMH neurons regulate glucose homeostasis but not body weight. Am J Physiol Endocrinol Metab. 2021 Jul 1;321(1):E146-E155. doi: 10.1152/ajpendo.00044.2021.
4 Di Marzo V, Piscitelli F. The Endocannabinoid System and its Modulation by Phytocannabinoids. Neurotherapeutics. 2015 Oct;12(4):692-8. doi: 10.1007/s13311-015-0374-6.
Mehrere Symptome der MS, wie Spastiken, chronischen Schmerzen, Schlafstörungen und Blasenstörungen können moderat bis deutlich durch eine Therapie mit medizinischem Cannabis verbessert werden.5,6 Die Wirkung ist individuell unterschiedlich, und die Therapie sollte stets mit dem/r behandelnden Ärzt:in abgestimmt werden.
5 Santarossa, Talia, Randy So, Penelope Smyth, Dr Stefan Gustavsen, Ross T Tsuyuki, Medical cannabis use in Canadians with multiple sclerosis Mult Scler Relat Disord. 2022 Mar;59:103638. doi: 10.1016/j.msard.2022.103638.
6 Filippini G, Minozzi S, Borrelli F, Cinquini M, Dwan K. Cannabis and cannabinoids for symptomatic treatment for people with multiple sclerosis. Cochrane Database Syst Rev. 2022 May 5;5(5):CD013444. doi: 10.1002/14651858.CD013444.pub2.
Medizinisches Cannabis kann bei MS-bedingter Fatigue und Schlafstörungen unterstützend wirken, indem es das Energielevel erhöht und die Schlafqualität verbessert.6
6 Filippini G, Minozzi S, Borrelli F, Cinquini M, Dwan K. Cannabis and cannabinoids for symptomatic treatment for people with multiple sclerosis. Cochrane Database Syst Rev. 2022 May 5;5(5):CD013444. doi: 10.1002/14651858.CD013444.pub2.
Bei der Therapie mit medizinischem Cannabis können Nebenwirkungen auftreten, die meist mild und vorübergehend sind. Typische Nebenwirkungen sind u. a. Müdigkeit, Schwindel, veränderter Appetit oder trockener Mund.7 Die meisten Nebenwirkungen treten zu Beginn der Therapie auf und lassen mit der Zeit nach. Durch eine ärztliche Begleitung und individuelle Dosierung können die Nebenwirkungen minimiert werden. Bei Unsicherheiten sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.
7. Bar-Lev Schleider L, Mechoulam R, Sikorin I, Naftali T, Novack V. Adherence, Safety, and Effectiveness of Medical Cannabis and Epidemiological Characteristics of the Patient Population: A Prospective Study. Front Med (Lausanne). 2022 Feb 9;9:827849. doi: 10.3389/fmed.2022.827849.